Blutverdünnung (Marcoumar, Sintrom)
>> Kontrolle der Marcoumar-Therapie
(INR-Bestimmung mittels Fingerstich, sofortige Vordosierung)
>> Wie gehe ich bei Operationen vor?
>> Gibt es neue, bessere Medikamente als Marcoumar?
Wie wird die Marcoumar-Therapie kontrolliert?
Das Ausmaß der Marcoumar-Wirkung ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von den Ernährungsgewohnheiten, gleichzeitig eingenommen anderen Medikamenten und bestimmten erblichen Faktoren ab. Daher muss die Marcoumar-Therapie durch regelmäßige Laborkontrollen (INR-Wert) gesteuert werden. Der INR-Wert sollte zwischen 2 und 3 liegen. Liegt der INR-Wert unter 2, so besteht Thrombosegefahr („Blut zu dick“), liegt der INR-Wert über 3, so steigt das Blutungsrisiko („Blut zu dünn“).
Patienten, die Marcoumar einnehmen, müssen vom Arzt detailliert über die Therapie aufgeklärt werden.
Wie gehe ich bei Operationen vor?
Um Blutungskomplikationen zu vermeiden, muss die Marcoumar- oder Sintrom-Therapie vor Operationen in der Regel unterbrochen werden. Bei kleinen Eingriffen allerdings, wie beim Zahnziehen oder bei kleinen Operationen an der Haut, muss die Marcoumar-Therapie nicht pausiert werden. Wird die Marcoumar-Therapie unterbrochen, müssen Patienten mit hohem Thromboserisiko zwischenzeitlich zum Schutz vor Thrombosen blutverdünnende Injektionen unter die Haut (niedermolekulares Heparin) erhalten. Die Überbrückung der Marcoumar-Therapie mit Heparin ist nicht für jeden Patienten gleich und bedarf einer großen Erfahrung des Arztes.
Gibt es neue, bessere Medikamente als Marcoumar?
In den letzten Jahren wurden neue Medikamente, die Marcoumar möglicherweise in Zukunft ersetzen werden, entwickelt. Sie heißen Dabigatran (Pradaxa) und Rivaroxaban (Xarelto). Diese Substanzen werden bereits zur vorbeugenden Blutverdünnung nach Hüft- oder Knieoperationen eingesetzt. Die Vorteile gegenüber Heparin oder Marcoumar sind vielfältig. Dabigatran oder Rivaroxaban wird vom Patienten geschluckt (Injektionen unter die Haut sind nicht mehr erforderlich), müssen nicht mehr durch Labortests unersucht werden und vertragen sich besser mit den Ernährungsgewohnheiten. Für die Verhütung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern steht eines dieser Medikamente (Pradaxa) bereits zur Verfügung (Zulassung in Österreich im Herbst 2011).
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