Ordination Dr. Paul Kyrle - Spezialist für Blut und Blutgefäße
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Schwerpunkte

- Venenthrombose
Lungenembolie


- Blutverdünnung

- Blutungsneigung
Thrombopenie


- Vorhofflimmern

- Arterielle
Verschlusskrankheit


- Blutkrankheiten


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Zu den wichtigsten erworbenen Risikofaktoren zählen Operationen und VerletzungenVenenthrombose/Lungenembolie

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>> Wie schütze ich mich?
>> Wie ist der letzte Stand in Diagnostik und Therapie?
>> Wie lange muss ich Marcoumar einnehmen?

Wie hoch ist das Thromboserisiko?

Das Thromboserisiko hängt vom Zusammenspiel verschiedener angeborener oder erworbener Risikofaktoren ab. Je größer die Zahl der gleichzeitig einwirkenden Risikofaktoren und je stärker ihre Wirkung, umso höher wird das Risiko. Das Thromboserisiko ist daher individuell höchst unterschiedlich.

Zu den wichtigsten erworbenen Risikofaktoren zählen Operationen und Verletzungen (vor allem an den Beinen), Bettlägerigkeit, Schwangerschaft und Wochenbett, Einnahme von Hormonen zur Schwangerschaftsverhütung oder zur Behandlung von Wechselbeschwerden, Krebserkrankungen und Herzschwäche. Erst seit relativ kurzer Zeit weiß man, dass auch langes Reisen eine Thrombose auslösen kann. Das Risiko ist auch bei Personen mit Lupushemmstoff oder hohem Homozystein-Spiegel erhöht.

Nach größeren Operationen, vor allem am Knie oder an der Hüfte, oder nach Verletzungen an den Beinen, die mit einem Gipsverband behandelt werden müssen, erhalten die Patienten üblicher Weise ein blutverdünnendes Medikament (niedermolekulares Heparin). Dies führt zu einer beträchtlichen Senkung des Thromboserisikos. Trotzdem können Thrombosen gelegentlich auftreten.

Auch bei Patienten, die wegen einer schweren Krankheit oder einer Lähmung bettlägerig sind, ist das Thromboserisiko hoch und kann durch Verabreichung eines blutverdünnenden Medikaments gesenkt werden.

Hormonpräparate zur Schwangerschaftsverhütung, die Östrogen enthalten, erhöhen das Thromboserisiko um das 4-fache. Hormonpräparate zur Behandlung von Wechselbeschwerden erhöhen das Thromboserisiko um das 2 - 3-fache.

Die Reisethrombose entsteht durch langes Sitzen mit abgewinkelten Beinen. Bei der Flugthrombose erhöht zusätzlich der verminderte Kabinendruck, Konsum alkoholischer Getränke, niedrige Luftfeuchtigkeit oder die Einnahme von Schlafmitteln das Thromboserisiko. Die Vorbeugung besteht aus Allgemeinmaßnahmen (Bewegen der Beine, Vermeiden von alkoholischen Getränken, ausreichende Flüssigkeitszufuhr), Tragen von Kompressionsstrümpfen oder Verabreichung von „Thrombosespritzen“ (niedermolekulares Heparin).

Lupushemmstoff: Antiphospholipid-Antikörper sind Eiweißkörper, die gegen körpereigene Strukturen (Gefäßoberfläche, Blutzellen) gerichtet sind und über Mechanismen, die noch nicht völlig erforscht sind, Thrombosen in Schlagadern oder Venen hervorrufen können. Antiphospholipid-Antikörper können auch Aborte, Frühgeburten oder einen Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten, Thrombopenie) bewirken.

Eine Krebserkrankung (Tumor) und Thrombose: bereits vor ca. 150 Jahren wurde erkannt, dass bösartige Erkrankungen oft mit Thrombosen einhergehen. Ca. 10% aller Patienten, die eine Venenthrombose erleiden, haben gleichzeitig eine - oft noch nicht diagnostizierte - Krebserkrankung. Ca. 10% aller Patienten mit Krebs erleiden im Verlaufe der Erkrankung eine Thrombose. Die Behandlung der Venenthrombose bei Tumorpatienten bedarf großer Erfahrung, da unter der üblichen Therapie mit Marcoumar oder Sintrom gehäuft Blutungskomplikationen, aber auch neuerliche Thrombosen auftreten können.

Zu den bedeutendsten angeborenen Risikofaktoren zählen Veränderungen in der Blutgerinnung wie die APC-Resistenz (Faktor V Leiden-Mutation), die G20210A Mutation im Faktor II-Gen (Prothrombin-Mutation), der Antithrombinmangel, der Protein C-Mangel oder der Protein S-Mangel.

Die Faktor V Leiden-Mutation wurde anfangs der 90er Jahre in der holländischen Stadt Leiden (daher der Name) entdeckt. Es ist die häufigste angeborene Veränderung in der Blutgerinnung (5-7% der Bevölkerung, ca. ein Drittel aller Patienten mit Venenthrombose sind betroffen). Personen mit der mischerbigen Form (heterozygoter Faktor V Leiden) haben ein ca. 7-fach erhöhtes Thromboserisiko, jene mit der reinerbigen Form (homozygoter Faktor V Leiden) ein ca. 30-fach erhöhtes Risiko. Die Faktor V Leiden-Mutation ist kein Risikofaktor für das Wiederauftreten von Venenthrombosen. Die Einnahme der Pille erhöht das Thromboserisiko. Trotzdem muss bei Frauen mit Faktor V Leiden nicht unbedingt von der Einnahme der Pille abgeraten werden.

Die Prothrombin-Mutation ist zweithäufigste angeborene Veränderung der Blutgerinnung (ca. 2% der Bevölkerung, ca. 15% der Patienten mit Venenthrombose). In der mischerbigen Form erhöht diese Mutation das Thromboserisiko um das 2-fache, die reinerbige Form ist sehr selten. Die Einnahme der Pille erhöht das Thromboserisiko. Trotzdem muss bei Frauen mit der G2021A Mutation nicht unbedingt von der Einnahme der Pille abgeraten werden.

Antithrombin, Protein C und Protein S sind im Blut vorkommende Eiweißstoffe, die den Ablauf der Blutgerinnung verlangsamen. Patienten mit vermindertem Blutspiegel dieser Substanzen haben daher eine Bereitschaft zu Venenthrombosen oder Lungenembolien.

zum SeitenanfangWie schütze ich mich vor Thrombosen?

Das Risiko von Venenthrombosen kann durch einen gesunden Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Betätigung und durch das Vermeiden von Übergewicht gesenkt werden. Auf Vorsichtsmaßnahmen in Risikosituationen (Operationen, Verletzungen an den Beinen, Gipsverbände, lange Flugreisen) wurde bereits hingewiesen

zum SeitenanfangWie ist der letzte Stand in Diagnostik und Therapie?

Der Verdacht auf eine Venenthrombose ergibt sich dann, wenn die charakteristischen Beschwerden (einseitige Schwellung eines Beines, Druckschmerzhaftigkeit der Wade, Schmerzen beim Auftreten, bläuliche Verfärbung oder Überwärmung des Beines) vorhanden sind. Die klinische Diagnose alleine ist allerdings nicht ausreichend. Üblicherweise wird bei Verdacht auf Venenthrombose ein spezieller Bluttest (D-Dimer) durchgeführt. Ist dieser Test positiv, müssen Bildgebende Verfahren (Untersuchung der Beinvenen mittels Ultraschall oder durch Einspritzen eines Kontrastmittel = Phlebographie) durchgeführt werden.

Die typischen Beschwerden der Lungenembolie sind Kurzatmigkeit, oft schon bei geringer körperlicher Belastung, Schmerzen beim Atmen oder Blut spucken. Bei positivem D-Dimer oder bei klinisch hochgradigem Verdacht muss entweder eine Computertomographie der Lunge oder eine Lungenszintigraphie durchgeführt werden.

Die Therapie der Venenthrombose und Lungenembolie besteht in der Verabreichung blutverdünnender Medikamente. Zuerst wird ein niedermolekulares Heparin 1 oder 2 x täglich unter die Haut gespritzt, später werden blutverdünnende Tabletten (Marcoumar oder Sintrom) verabreicht. Die Marcoumar-Therapie muss durch regelmäßige Kontrollen (INR) gesteuert werden.

zum SeitenanfangWie lange muss ich Marcoumar einnehmen?

Die Dauer der blutverdünnenden Therapie ist von Patient zu Patient unterschiedlich und hängt von der Zahl der bereits durchgemachten Venenthrombosen, der Ausdehnung der Venenthrombose, dem Geschlecht oder anderen Patientencharakteristika ab. PatientInnen, bei denen eine zeitlich begrenzte Risikosituation (Operation, Verletzung, „Pille“, ...) vorgelegen hat, benötigen eine mehrmonatige Blutverdünnung. Patienten mit einer Thrombose der Oberschenkelvene und/oder Lungenembolie, die aus heiterem Himmel, d.h. ohne auslösende Ursache aufgetreten ist, müssen länger behandelt werden. Das Risiko für das Wiederauftreten von Venenthrombosen und/oder Lungenembolien kann bei diesen Patienten mit einem einfachen Vorhersagemodell („Vienna prediction model“) berechnet werden.

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